Page 27 - Taxikurier April 2025
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Major Karl Graf von Rambaldi (1842–1922, Schlacht bei Gammelsdorf (1313) und ➔ Schlüsselbergstraße (1914): „Kaiser
Rambaldistraße von 1930), selbst Vertreter bei Ampfing und Mühldorf (1322), nach Ludwig der Bayer hatte in der Schlacht
der herrschenden Oberschicht, erläutert welcher Kaiser Ludwig die als Lied und bei Ampfing und Mühldorf seinem ge-
dazu in seinem 1894 erschienenen Buch Sprichwort fortlebenden Worte gespro- treuen Ritter Konrad von Schlüsselberg
„Die Münchner Straßennamen und ihre Er- chen haben soll: ‚Jedem Mann ein Ei, das Reichsbanner anvertraut.“
klärung“ die Benennung der Ampfingstraße dem frommen Schweppermann zwei!’“
folgendermaßen: „Bei Mühldorf liegt das ➔ Dornbergstraße (1924): „Ortschaft in
Dorf Ampfing; hier wurde im Jahre 1322 ➔ Schweppermann hatte auch an der der Nähe von Mühldorf, zur Erinnerung
den 28. September durch eine große Schlacht bei Gammelsdorf teilgenom- an die Schlacht bei Ampfing und
Schlacht der achtjährige Streit um die men, wo am 9. November 1313 schon Mühldorf zwischen Ludwig dem Bayern
deutsche Kaiserkrone zwischen Friedrich einmal Herzog Ludwig IV., der spätere und Friedrich dem Schönen am
dem Schönen von Österreich und Ludwig Kaiser Ludwig der Bayer, und Friedrich 28.9.1322.“
dem Bayern zu Gunsten des Letzteren ent- der Schöne aneinander geraten waren.
schieden. Der Sage nach verteidigten in Also entstand in diesem Zusammenhang Selbst auf der anderen Seite der Stadt,
derselben die Münchener Bäckerknechte noch die Gammelsdorfer Straße (1876): in Moosach, dachte man anlässlich der
Ludwig, als sein von Pfeilen durchbohrtes „Schlacht bei Gammelsdorf unweit 600. Wiederkehr 1913 mit der Moosburger
Pferd unter ihm zusammenstürzte, gegen Moosburg 9.11.1313.“ Straße an das Thema: „Führt in der Rich-
die andringenden Österreicher und retteten tung gegen Moosburg. Diese Stadt erhielt
ihm so das Leben. Die Bäckerinnung oder ➔ Trausnitzstraße (1897): „Nach dem im Jahre 1313 für die Tapferkeit ihrer
Bäckerbruderschaft durfte infolge davon bayerischen Herzogsschloss bei Lands- Bürger in der Schlacht bei Gammelsdorf
auf ihrer Standarte den kaiserlichen Adler hut und dem Schlosse Trausnitz bei drei Rosen im Stadtwappen verliehen.“
tragen. Von nun an wurde Ludwig allge- Nabburg in der Oberpfalz; auf letzterem
mein in Deutschland als Kaiser anerkannt. saß Friedrich der Schöne von Österreich
Mit Umsicht und vom besten Willen gelei- nach der Schlacht von Ampfing und Laim: Dreißigjähriger Krieg 1618–1648
tet nahm er sich um die Regierung des Mühldorf (28.9.1322) bis 1325
zerrütteten Reiches an. gefangen.“ Während des Ringens um die Macht im
Europa des 17. Jahrhunderts ergaben sich
Großes wollte er erreichen, aber der Wan- ➔ Burggrafenstraße (1903): „Zur Erinne- zwei Blöcke, die sich über die Konfession
kelmut der Kur ürsten und die Ränke der rung an den Burggrafen Friedrich von definierten: Die protestantische Union un-
auswärtigen Feinde Deutschlands, beson- Nürnberg, welcher dem Kaiser Ludwig ter Führung von Kurfürst Friedrich V. von
ders des nach der Kaiserkrone strebenden dem Bayern den Sieg bei Ampfing und der Pfalz (1596–1632) und die katholische
Königs von Frankreich, vereitelten Ludwigs Mühldorf (1322) erkämpfen half.“ Liga unter Kurfürst Maximilian I. von Bayern
Unternehmungen.“ Wobei man wieder beim (1573–1651) mit seiner Residenzstadt
gerade aktuellen, aber besiegten Haupt- ➔ Streitfeldstraße (1913): „Zur Erinnerung München. Die von beiden Seiten verübten
feind Frankreich aus dem entstehenden an die im Jahr 1313 auf dem ‚Streitfeld’ Grausamkeiten und die katastrophalen Zer-
Arbeiterviertel Haidhausen wäre. In diesem geschlagene Schlacht bei Gammelsdorf.“ störungen in den Aufmarschgebieten Mit-
Sinne erhielten weitere Straßen ihre teleuropas haben den Dreißigjährigen Krieg
Namen mit Bezug auf das Jahr 1322: ➔ Isareckstraße (1913): „Ortschaft mit in das kollektive Gedächtnis eingebrannt,
Schloss in der Nähe von Gammelsdorf“; wobei von katholischer Seite insbesondere
➔ Mühldorfstraße von 1876: „Schlacht bei die protestantischen Gräuel wahrgenom-
Mühldorf am 28.9.1322 zwischen Ludwig ➔ Riedgaustraße (1913): „Im Riedgau war men wurden. Als im April 1632 eine schwe-
dem Bayern und Friedrich dem Schönen die Familie Seyfried Schweppermann dische Armee unter König Gustav II. Adolf
von Österreich.“ begütert.“ (1594–1632) nach München vorrückte und
androhte, die Stadt zu zerstören, übergab
➔ Schweppermannstraße (1876): „Seyfried ➔ Fehwiesenstraße (1914): „Auf der Flur Maximilian sie am 16. Mai 1632 der feindli-
Schweppermann, geboren um 1260, ge- zwischen Neufahrn, Mettenheim, Loch- chen Übermacht kampflos. Die schwedische
storben 1337 (Schwepfermann), Ritter heim und dem Mühldorfer Hart, der Reiterei quartierte sich in den Dörfern
aus nordgauischem Geschlecht, das um Fehwiese (später Fechtwiese genannt), rechts der Isar ein, die Bevölkerung flüch-
Altdorf und Kastl begütert war. Er war wurde die Schlacht von Ampfing und tete in die Wälder. Von der Stadt München
Mitstreiter Ludwigs des Bayern in der Mühldorf geschlagen.“ verlangte man riesige Zahlungen, die aber
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