Page 23 - Taxikurier April 2025
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auch weiterhin nicht übermäßig pressieren. vierzigtägige Fastenzeit bis Ostern beginnt. seine Kritik nicht zurück: „Wir Faschings-
Zwar hat er vor fünf Jahren hier 75 Millio- Jedenfalls war das früher mal so. Da nahm gesellschaften schauen, dass wir den
nen ausgegeben und bislang daraus keinen man zumindest die Sache mit dem Spaß Fasching voranbringen, alles rein ehren-
Ertrag in Form von Mieteinnahmen, aber noch ernst und es gab in München legen- amtlich. Und dann wird alles sukzessive
das lässt sich dank unserer unternehmer- däre Faschingsfeiern. Das Faschingstreiben abgesagt, ohne dass man mit uns redet.
freundlichen Steuergesetze bestimmt mit rund um den Viktualienmarkt und das Gärt- (...) Natürlich ist es sehr schlimm, was
Gewinnen aus anderen Projekten prima ver- nerplatzviertel gehörte dazu und konnte passiert ist. Doch wir hatten in mehreren
rechnen, so dass M-Concept vermutlich, auch mit kleinem Geldbeutel genossen Gesellschaften während der Vorbereitung
wie alle Immobilienhaie, überhaupt keine werden, wenn man sich vorher, wie Jung- auch drei Todesfälle. Und machen trotzdem
Steuern zahlt. Schrotti und seine Spezis, mit entsprechen- weiter, denn die Welt dreht sich weiter
dem Equipment (Flachmann usw. …) (...)”.
Und die deutschen Baugesetze geben es ausgerüstet hatte. Aber das ist leider schon
leider nicht her, solchen Immobilienspeku- lange vorbei. Auch Dietmar Holzapfel, der Wirt der Deut-
lanten ernsthaft mit Enteignung zu drohen. schen Eiche (Gaststätte, Hotel und Sauna),
Das kostet die höchstens ein müdes Die Jungen verkleiden sich 365 Tage im zwischen Reichenbach- und Gärtnerplatz
Arschrunzeln. Jahr wie unsereins damals an Fasching und im eigentlichen Epizentrum des Straßenfa-
„Halloween” ist zwangsläufig viel lustiger, schings gelegen, sagte sein Fest am Fa-
Etwas mehr als das kostet es derzeit, den weil es aus Amerika kommt (ursprünglich schingsdienstag mit geplanten 800 Gästen
ehemaligen Immobilienmogul René Benko, allerdings aus Irland, aber das wissen die ab. Das KVR hatte ihm nach seinen Anga-
dem wir die Karstadt- und Kaufhofpleite wenigsten, und dann wärs auch längst ben (Merkur vom 20.2.25) solche Auflagen
verdanken (vorher hat er auf Kosten von nicht so lustig!). Und dann kommt 2025 gemacht, dass er, natürlich auf eigen Kos-
uns Steuerzahlern noch dreistellige Millio- auch noch die Stadt daher und sagt wegen ten, zehn Ordner mehr gebraucht hätte und
nensummen an Corona-Hilfen abgezockt), des Terroranschlags in der Seidlstraße Straßensperren sowie Fußgängerkontrollen
sowie etliche Bauruinen in der Münchner (13.2.25, ca. 60 Verletzte, zwei Tote), bei hätte finanzieren müssen.
Innenstadt. Am 23. Januar musste er als dem insbesondere städtische Bedienstete
Untersuchungshäftling von seiner Innsbru- zu den Opfern gehörten, den Fasching Dem angeblich religiös motivierten Arsch-
cker Luxusvilla ins Gefängnis umziehen und komplett ab, jedenfalls den offiziellen loch vom 13. Februar kann man mit einem
hat Ende April seinen nächsten Haftprü- Fasching, also die Sause in der Fußgänger- Navi-Spruch nur gratulieren: „Sie haben ihr
fungstermin. zone und am Viktualienmarkt samt Tanz Ziel erreicht”!
der Marktfrauen, den Zug der Damischen
Ritter, diverse sonstige Umzüge und auch
CITYMAUT das Geldbeutelwaschen im Fischbrunnen KIFFER AM STEUER
am Aschermittwoch.
Am 5. Januar führte die Stadt New York für Das Rauchen von Cannabisprodukten
Manhatten eine Citymaut von neun Dollar Dazu sei aus der offiziellen Begründung (= kiffen) ist nach der Legalisierung durch
pro Tag ein, die übers Jahr rund eine Milli- der Stadt zitiert: die damalige Ampel-Regierung 2024
arde einbringen und für den Ausbau des straffrei geworden. Zwar protestierten u.a.
ÖPNV genutzt werden sollte. Die Nahver- „Als Stadtfamilie erscheint es uns im An- die Volkstribune Söder und Aiwanger gerne
kehrsbehörde der Stadt teilte Mitte Februar gesicht des Anschlags und insbesondere auch mit dem Maßkrug in der Hand im
mit, es sei bereits eine spürbare Verringe- aufgrund des gewaltsamen Todes unserer Bierzelt gegen diese Legalisierung, aber
rung des Verkehrs zu bemerken, was den Kollegin aus der Stadtverwaltung und ihrer Cannabis ist ja auch was ganz anderes als
Präsidenten Donald Trump jedoch nicht da- kleinen Tochter unvorstellbar, unbeschwert das bairische Grundnahrungsmittel Bier.
ran hinderte, die noch von seinem Vorgän- auf dem Viktualienmarkt Fasching zu fei- Und so sprechen diese Leute auch gerne
ger Joe Biden erteilte Genehmigung für ern. Als Stadtfamilie können wir im Ange- von „Alkohol oder Drogen”, als sei Alkohol
die Citymaut am 20. Februar zu widerrufen. sicht unserer zahlreichen vom Anschlag selbst keine Droge ...
Das Weiße Haus veröffentlichte dazu eine (...) betroffenen Kolleginnen und Kollegen
Fotomontage mit einem Portrait seines nicht einfach den Hebel wieder umlegen Das Verbot, bekifft mit dem Auto zu fah-
obersten Gehirnprothesenträgers mit einer (...)”. ren, wurde und wird durch die Cannabis-
Krone auf dem Kopf und der Bildunter- Legalisierung übrigens nicht tangiert.
schrift „lang lebe der König”. Schrotti fragt hiermit nach: wären die Kurzum: bekifftes Autofahren ist und bleibt
Opfer nicht städtische Bedienstete (und genauso verboten, wie besoffen hinter dem
Das würde noch nicht einmal der Bayeri- eines ihrer Kinder) gewesen, sondern z.B. Steuer zu sitzen!
schen Staatskanzlei zu König Maggus I. Firmenangehörige von Siemens oder einer
einfallen und das soll was heißen! Taxler-Demo, wäre die Faschingssause dann Ende Februar stellte die Münchner Polizei
auch abgesagt worden? Die oben zitierte ihre Verkehrsstatistik vor, was den Merkur
Stellungnahme klingt jedenfalls nicht vom 28.2.25 zur Schlagzeile „Immer mehr
FASCHING danach! Kiffer am Steuer" und der Unter-Schlagzeile
„Polizei schlägt Alarm" veranlasste. In
Zu Trumps Königs-Portrait passt irgendwie Die Narhalla und die Damischen Ritter einem Jahr sei die Zahl derer, die bekifft
der Fasching, also die närrische Zeit bis akzeptierten die Entscheidung ohne großes hinterm Steuer erwischt wurden, um
Aschermittwoch, in der man sich traditio- Murren, aber Frank Grauel, der Präsident „satte 52 Prozent" nach oben gegangen.
nell verkleidet und Gaudi macht, bevor die der Faschingsgesellschaft Feringa, hielt „Wir haben schon einen Anstieg erwartet”,
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