Page 23 - Taxikurier März 2025
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Ortsteile 1892                    füllt zwei Funktionen: Einmal erinnert sie   Besonderheit: Adelssitze
                                             an die Vergangenheit des Geländes und
           Brunntal wurde erstmals urkundlich am     außerdem entspricht sie den gehobenen   Oberhalb der Kuranstalt Brunntal entstan-
           3. November 1544 als Pruntal genannt. Der   Ansprüchen der finanziell besser gestellten   den seit dem 18. Jahrhundert drei Adels-
           sprechende Name bedeutet „Brunnen im   Schichten, die sich bald nach der Einge-  sitze an der heutigen Neuberghauser Stra-
           Tal“, wie man heute noch an den Quellen   meindung hier ansiedelten, an eine edle   ße von 1897, und zwar einer der Grafen
           sieht, die dem Hochufer der Isar entsprin-  Adresse. Und dann noch Priel:   von Törring, später gekauft von den Frei-
           gen. Daraus entwickelt sich eine auch in-                           herren von Hompesch, nach denen 1897
           ternational besuchte Bade- und Heilanstalt   Erstmals 1305 genannt, bedeutet der Name   benachbarte Straßen benannt wurden.
           mit Wirtschaftskonzession, die bis 1914   „mit Buschwerk bewachsene Wiese, Wild-  Dann das namengebende Anwesen Neu-
           Bestand hatte. Am 1. August jenen Jahres   gehege“. Der Weiler bestand Anfang des   berghausen der Familie Lachenmayr. Eine
           brach der Erste Weltkrieg aus und brachte   18. Jahrhunderts aus einer kurfürstlichen   dritte Adresse ist heute ebenfalls ver-
           eine allgemeine Furcht vor Ausländern mit   Ziegelei plus 2½ Hausnummern. Dies be-  schwunden und stand auf dem Gelände
           sich, die man pauschal für feindliche Spio-  deutete zwei vollwertige Gehöfte und ein   des Bundesfinanzhofes an der Ismaninger
           ne hielt, und dies bedeutete wegen der   kleiner Hof. Zur Zeit der Eingemeindung   Straße 109, nämlich der Edelsitz Stepperg,
             Abreise der Verdächtigten für Brunntal das   Bogenhausens befand sich das Dorf mit   erworben 1803 von Graf Montgelas. Er
           schnelle Ende. Man könnte hier Parallelen   seinen Bauernhöfen und Ziegeleien in   litt an einer Vielzahl von Krankheiten,
           zur Jetztzeit erkennen, doch dies nur ne-    einem tief greifenden Wandel hin zu einer     weswegen er sich auch vom Wasser des
           benbei. Der Straßenname Bad Brunnthal   bevorzugten Wohngegend. Diese Entwick-    nahen Brunntal Linderung versprach.
           mit „h“ von 1915 erinnert daran ebenso   lung fand ihren Niederschlag auch im
           wie die benachbarte Steinbacherstraße von   Dorffriedhof, auf dem immer mehr Be-
           1897 nach Josef S. (1819–1869), einem   rühmtheiten ihre letzte Ruhe fanden und   Besonderheit: Königreich Bayern
           Besitzer der Anstalt. Interessant auch der   der sich seitdem zu einem Prominen-
           Name „Neuberghausen“:             ten-Friedhof entwickelt hat.      Im Dorf Bogenhausen wurde ein Vertrag
                                                                               unterzeichnet, der für den bayerischen
           Eine Familie Lachenmayr besaß seit dem                              Staat von allergrößter Bedeutung war. Ende
           17. Jahrhundert ein Gut in Berghausen bei   Besonderheit: Ziegeleien  August 1805 war Montgelas wieder einmal
           Abensberg in Niederbayern. Im Jahr 1740                             der stickigen und bei den damaligen hygie-
           kaufte sie „die Hofstatt auf dem Berg zu   Der Gemeindegrund wies einige Besonder-  nischen Zuständen insbesondere im Som-
           Pogenhausen“ und übertrug den Namen   heiten auf, die es sonst nicht überall gab.   mer stinkenden Stadt entflohen und weilte
           Berghausen mit dem Zusatz „Neu“ hierher.   Da waren einmal die Ziegeleien oberhalb   zur Erholung auf seinem Anwesen Stepperg
           Seit 1897 besteht daher die Neuberghauser   des rechten Ufers der Isar. Während der   in der frischen Luft. Das Kurfürstentum
           Straße. Nördlich der Bogenhauser Brücke   Eiszeit bis vor rund 13.000 Jahren hatten   Bayern war im Jahr 1805 gerade mit Öster-
           ließ Graf Montgelas 1805 am rechten Ufer   sich hier reiche Lehmablagerungen gebil-
           der Isar zu seinem kleinen Schloss Step-  det. Weil es in der Nähe von München kei-
           perg gleich oben bei der Dorfkirche durch   ne natürlichen Steinvorkommen gab, muss-
           den Gartenarchitekten Friedrich von Sckell   te man künstliche Steine herstellen und
           (1750–1823, Sckellstraße von 1876) einen   dies geschah durch das Formen und Bren-
           Park anlegen. Diesen erwarb später Herzog   nen von Lehm zu Ziegeln. Die Haupt- und
           Max in Bayern, nach dem der Park dann   Residenzstadt wuchs unaufhörlich und be-
           „Herzogpark“ genannt wurde. Um die Wen-  zog ihr Baumaterial aus den nahen Ziege-
           de zum 20. Jahrhundert konnte die herzog-  leien am rechten Ufer der Isar, von Bogen-
           liche Familie den Park nicht mehr halten.   hausen aus dem Gebiet Priel. In diesem
           Die „Terrain-Actiengesellschaft Herzogpark“   Zusammenhang ist auch die Existenz der
           des Baulöwen Jakob Heilmann (1846–  heutigen Max-Joseph-Brücke seit 1804 zu
           1927, Heilmannstraße von 1895) erwarb   sehen.
           das Gelände, teilte den Grund auf und ver-
           kaufte sie an Investoren weiter, so dass im
           Jahr 1906 die Bauarbeiten begannen. Die
           Benennung der Herzogparkstraße 1907 er-


                                                                                       (089) 77 99 62
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                Reparatur  Unfallgutachten   Unfall-   Inspektion  Reifenservice  HU & AU     info@glas-kfz.de
                          & Bewertung  instandsetzung




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